Nachdem ich den Entschluss gefasst hatte, meinen 31igsten Geburtstag in London zu feiern, suchte ich schon in Berlin nach einer interessanten Attraktion, die dafür sorgen würde, dass mir mein Geburtstag in Erinnerung bleiben würde. Nach kurzem Suchen und dem Brainstorming mit guten Freunden kam ich dann auf das London Eye, das größte Riesenrad Europas.

135 Meter hoch türmt sich das Riesenrad, das bei der Errichtung im Jahr 1999 einige Probleme gemacht hatte, in den Londoner Himmel. Mit den außen hängenden gläsernen Kapseln, von denen es insgesamt 32 gibt, ist schon der Anblick des Riesenrads ein ziemlich spektakulärer Anblick. 25 Menschen finden in solch einer fast vollständig aus Glas gebauten Kapsel platz, die sich übrigens in Metallringen befindet, so dass man stets den Boden unter den Füßen behält.

Von der Fahrt in die luftige Höhe spürte ich übrigens fast nichts. Es gibt absolut keine spürbare Beschleunigung in irgendeine Richtung. Denn das Rad dreht sich so unglaublich langsam, dass man die Bewegung fast nicht spürt. So kommt es auch, dass das London Eye für eine Umdrehung etwa 30-40 Minuten braucht, abhängig davon, ob die Drehung des Riesenrads für Rollstuhlfahrer angehalten werden muss, oder nicht. Denn – und das ist auch interessant – man besteigt so eine Kapsel, während sie sich bewegt. Das ist so langsam, dass das jedem sehr sehr leicht fällt, auch wenn das Gefühl in etwa so ist, wie das Auf- oder Absteigen von Drehtellern auf denen die Autos in den Autohäusern stehen.

Na, jedenfalls war der Blick über die Stadt wirklich interessant. Tausend kleine Lampen erhellten die Nacht. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt wurden hell angeleuchtet, und da das Riesenrad so hoch ist, kommt einem Big Ben so unglaublich klein vor, dass man schon fast: „Ooch, wie niedlich.“ auf den Lippen hat, wenn man dieses Gebäude sieht, das vom Boden aus betrachtet so einen ehrfürchtigen Eindruck erweckt.

Im stolzen Eintrittspreis von 20 Pfund pro Person inbegriffen ist eine 5-minütige 4D-Show. Das ist eine 3D-Show mit ziemlich verkratzten Polaristationsbrillen, die mit Seifenblasen, Stroboskopblitzen und einer Windmaschine den visuellen Eindruck auf der Leinwand verstärken soll. Kleine Kinder sind davon bestimmt mächtig beeindruck. Ich war’s nicht.

Und für alle Technikfans unter den Lesern, hier noch zwei Fakten, die mich aus naheliegenden Gründen doch sehr interessiert haben: Errichtet wurde das London Eye mit der Unterstützung von Skoda, und die Motoren, die das Riesenrad antreiben, kommen von Bosch.