Als ich im September diesen Jahres an die Westküste von Nordamerika flog, sammelte ich mit der Fluglinie British Airways eine Menge Avios-Punkte. Ähnlich wie beim Miles-and-More-Programm der Lufthansa kann man die gesammelten Punkte für Freiflüge oder ähnliches investieren.

Als ich im November diesen Jahres jedoch neugierig nach meinen gesammelten Punkten sah, musste ich feststellen, dass ein Großteil dieser Punkte zum Ende des Jahres 2012 verfallen würden. Die gesammelten Punkte mussten also schnell “investiert” werden, um nicht zu verfallen.

Da ich schon im vergangenen Jahr meinen damals 30igsten Geburtstag nicht in Berlin sondern im Hamburg verbrachte, entschloss ich mich kurzerhand, meinen 31igsten in London zu verbringen. Sieht man von einem kurzen Aufenthalt im Jahr 2011 aus beruflichen Gründen mal ab, war mein letzter Besuch in dieser 8-Millionen-Metropole schon 15 Jahre her. Grund genug also, der bevölkerungsreichsten Stadt Europas mal wieder einen Besuch abzustatten. Den Flug bekam ich von der British Airways immerhin geschenkt.

Also stieg ich am 15.12.2012, einen Tag vor meinem Geburtstag, in den Flieger und landete nach knapp zweistündiger Flugzeit in Heathrow, dem drittgrößten Flughafen der Welt, gemessen an dem Verkehrsaufkommen und tappte auch gleich in die erste Touristenfalle, den Heathrow Express. Für stolze 19 Pfund beförderte mich dieser in 20 Minuten zur Picadilly Station, einem der vielen Bahnhöfe von London. Wirklich im Stadtzentrum war ich damit aber immer noch nicht, so dass ich gleich nochmal 5 Pfund für ein Nahverkehrsticket ausgeben musste. (Auf dem Rückweg fand ich übrigens heraus, dass man mit 20 Minuten mehr Zeit für 5 Pfund auch direkt vom Stadtzentrum Londons aus mit der U-Bahn zum Flughafen fahren konnte. Etwas, das ich nur jedem empfehlen kann.)

Nachdem ich meine Sachen im Hotel verstaut hatte, stand trotz der langen Anreise eine Stadtbesichtigung an. Mit der London Underground, der ältesten U-Bahn der Welt, ging es in die Oxford Street, eine Einkaufsmeile, die in jedem Touristenführer blumig beschrieben wird. Blumig ist dort nur leider nichts. Dicht an dicht drängten sich die Touristen entlang der Läden. Londoner fand man hier nicht. Kein Wunder, meide ich die Friedrichstraße in Berlin doch auch sehr konsequent.

Über der Straße waren Leuchtreklamen, die einen kotzenden Weihnachtsmann, der sich in seinen Geschenkesack übergab. “Das ist klassischer britischer Humor.”, sagte man mir. Etwas sprachlos, aber mit einem Grinsen im Gesicht lief ich weiter. Die Britten sind schon echt ein merkwürdiges Volk.

Weiter ging es dann durch Mayfair, dem Edelviertel von London, das auch bei Diplomaten sehr beliebt ist. Hier standen nur BMWs, Audis und Mercedes dicht aneinandergereiht entlang der Straße. Auffallen kann man hier nur noch mit einem Ferrari, Lamborghini oder Maybach, die ich hier natürlich auch fand. Jedoch fragte ich mich, warum sich die Leute hier derart teure Autos kaufen, dafür dann aber keine Tiefgarage hatten. Aber das war wohl auch eine der britischen Eigenheiten, die ich nicht verstehen musste.

Soho, das kulturelle Zentrum der Stadt lag dann auch nur unweit des Diplomatenviertels, auch ein Phänomen, das man in Berlin sieht. Hier bekam ich ein leckeres Abendbrot, tolle Cocktails und schlenderte müde aber voller Eindrücke zurück ins Hotel … das leider neben einer Zementfabrik lag.